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18. September 2010: Kolloquium »Projektionen«
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Farbensymbolik. Referate des Kolloquiums zum Thema Farbe vom 12. September 2009
Aufsätze der Tagung »Spinnenfuß und Krötenbauch«
Die Aufsätze beginnen als Vorauspublikationen hier auf der Homepage zu erscheinen
Aufsätze der Tagungen »Anfang und Ende«
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Schwarzes Brett — Veranstaltungen anderer Organisationen:
Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen
Sonderausstellung »Mit fremden Federn«
Antike Vogeldarstellungen und ihre Symbolik
28. März bis 24. Oktober 2010
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C.G. Jung-Institut Zürich, Küsnacht
Studienwoche in Jungscher Psychologie zum Thema »Märchen«
25. – 30. Oktober 2010
Pogramm (PDF zum Downloaden)
Neuerscheinungen zum Thema Symbolik:
Susanne Uhl, Der Erzählraum als Reflexionsraum. Eine Untersuchung zur Minnelehre Johanns von Konstanz und weiteren mittelhochdeutschen Minnereden (Deutsche Literatur von den Anfängen bis 1700 48), Bern u.a.: Lang 2010.
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Susanne Uhl hat (noch unter dem Namen S. Brügel) am 30. August 2008 auf der Arbeitstagung »Farbensymbolik« einen Vortrag zu einem Teilaspekt ihrer Forschungen gehalten (vgl. hier ).
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Isabelle Stauffer, Weibliche Dandys, blickmächtige Femmes fragiles. Ironische Inszenierungen des Geschlechts im Fin de Siècle (Literatur-Kultur-Geschlecht, Große Reihe, Band 50) Köln / Weimar / Wien: Böhlau 2009.
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Frau Stauffer hat am Kolloquium 2005 den Vortrag »Von einer Seele nicht weit.« gehalten (noch unpubliziert).
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Veronika-Rosa Seemann, Narrative Motivierung in mittelalterlicher Literatur, Berlin: dissertation.de 2008.
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Frau Seemann hat am Kolloquium 2005 den Vortrag »Der wunderliche Alexander« gehalten (demnächst hier auf der Website).
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Günter Butzer / Joachim Jacob (Hgg.), Metzler Lexikon literarischer Symbole, Stuttgart: Metzler 2008. (Umfang: XXVI + 443 S. – ISBN: 978-3-476-02131-1)
Die Publikation konzentriert sich auf literarische Symbole in der europäischen Literatur von der Antike bis zur Gegenwart. Die Herausgeber verschonen die Leserschaft glücklicherweise mit einer langfädigen Symboltheorie. Das Buch enthält ausschließlich Artikel zu symbolischen Signifiants, die alphabetisch dargeboten werden und folgenden Sachgruppen zugehören (die Gruppierung der Herausgeber S. XIIIff. ist etwas hausbacken, vermag aber einen Eindruck von der Fülle der 412 Artikel zu geben): Dinge / Kleidung / Technik / Verkehrsmittel – Farben (auch: Fleck) – Himmel und Erde – Körper / Mensch / Figuren – Literatur (z.B. Buch, Alphabet, Tinte) – Musik / Musikinstrumente – Naturphänomene / Naturprodukte – Pflanzen / Blumen / Bäume / Früchte – Räume / Orte / Bauwerke – Spiel – Steine / Metalle – Tiere – Zahlen / Geometrie – Zeit / Tageszeiten / Jahreszeiten / Feste.
Als Lemma dienen fast ausschließlich Substantive (›belagern‹ oder ›erobern‹ findet man unter Burg; ›brennen‹ unter Feuer). Die Artikel sind einheitlich strukturiert: Zuerst kommt eine stichwortartige Übersicht der Signifiés und der für die Symbol-bildung relevanten Eigenschaften des Signifiant. Im Hauptteil wird die Geschichte des Symbols aufgrund der literarischen Quellen dargestellt. Die Belege sind unkompliziert und hinlänglich genau zitiert, so dass man darauf zurückgreifen kann. Das ist eine der wesentlichen Stärken des Lexikons: es weist über sich hinaus ad fontes. Es werden Quellen aus allen europäischen Sprachen genannt, der Schwerpunkt liegt allerdings auf der deutschen Literatur. Am Ende des Artikels stehen Querverweise auf das Bildfeld sowie weiterführende Literaturangaben, die so gestaltet sind, dass man die angegebenen Werke tatsächlich findet. Die Autoren genieren sich nicht, auch ältere Werke zu nennen, es sind aber auch Internet-publikationen erwähnt. Alle Artikel sind signiert. Als Autorinnen und Autoren sind neben einigen altgedienten Spezialisten weitgehend Nachwuchswissenschaftler beigezogen worden. Der Stil ist unverschnörkelt und weitgehend jargonfrei, wofür man heutzutage in kulturwissenschaftlichen Publikationen dankbar ist.
Eine weitere Stärke ist die historische Dimension. Dabei geht es den Autoren nicht darum, irgendwelche ›ursprüngliche‹ Schichten aufzufinden, sondern »vor allem die für die Transformationen, Ausdifferenzierungen und Umbrüche der (Literatur-)Geschichte relevanten Textbelege zu erfassen« (Vorwort, S. V). Die Quellen reichen von der klassischen Antike und der Bibel über das Mittelalter, die Frühneuzeit, den Barock, die Klassik und Romantik bis in die Gegenwart und auch in die nicht-kanonische Literatur (z.B. Karl May, Harry Potter, Schlafes Bruder). Okkultere Gebiete, Folkloristisches und Exotismen (Astrologie, Tarot, auch die Jungschen Archetypen) sind ausgeklammert. Böse Zungen könnten sagen, es obwalte eine abendländische Voreingenommenheit, aber man ist froh, dass kein undifferenzierter Multi-Kulti-Mix angerichtet wird. Die Artikel zeigen auf, in welchem ›Klima‹ bestimmte Symboliken gedeihen, wie Texte Symboliken wiederaufnehmen, verschieben, konterkarieren, oft auch trivialisieren. Und so ergeben sich immer wieder kulturgeschichtliche Miniaturen, die man gerne – auch ohne Bedarf, ein Symbol erklären zu müssen – bis in die Verästelungen hinin liest, und dabei neugierig wird, die in reicher Fülle anzitierten Textstellen im Original aufzusuchen.
Viele Artikel sind vorzüglich, offenbar besonders solche, deren Autoren aufgrund eigener Forschungen intensiv mit den Quellen in Kontakt waren oder von hervorragender Sekundärliteratur profitieren konnten.
Natürlich kann man da und dort Lücken nachweisen. So fehlt im Artikel Diamant der Verweis auf: Friedrich OHLY, Diamant und Bocksblut. Zur Traditions- und Auslegungsgeschichte eines Naturvorgangs von der Antike bis in der Moderne, Berlin 1976. – Im Artikel Affe fehlt: Horst W. JANSON, Apes and Ape Lore in the Middle Ages and Renaissance, (Studies of the Warburg Institute 20), London 1952. – Im Artikel Weg könnte man hinweisen auf Ernst TRACHSLER, Der Weg im mittelhochdeutschen Artus-Roman, Bonn 1979. – Im Artikel Spiegel fehlt die Nennung von Band 14 der Schriften zur Symbolforschung. – Es gibt kein Artikelpaar Reinheit / Schmutz; dort wäre hinzuweisen auf: Meinolf SCHUMACHER, Sündenschmutz und Herzensreinheit. Studien zur Metaphorik der Sünde in lateinischer und deutscher Literatur des Mittelalters, (Münstersche Mittelalter-Schriften 73), München 1996. – Man vermisst einen Artikel zum Ver-Gehen, vgl. dazu Peter VON MOOS (Hg.), Der Fehltritt. Vergehen und Versehen in der Vormoderne, Köln 2001. – Aber solche aus dem Zettelkasten eines alten Sammlers gezogene Bemerkungen sind beckmesserisch und tangieren nicht die Substanz des Werks, das ja in einem Band Platz finden und auch nicht in eine leere Bibliographie ausarten sollte. Dafür würde sich eine Internet-Datenbank besser eignen.
Was ich gerne einmal gesehen hätte, wäre ein Register nach Signifiés. Selbstverständlich hätten Stichwörter wie Gott oder Leben ganze Rattenschwänze von Signifiants im Gefolge; und die Herausgeber wollten wohl mit Bedacht kein solches Verzeichnis anbieten. Interessant wäre es indessen schon, die Blickrichtung umzudrehen und (1) einen Überblick darüber zu bekommen, welche geistigen Gebilde einer symbolischen Aussageweise besonders bedürfen, und (2) zu sehen, mit welchen Symbolen (d.h. Signifiants) Vorstellungen wie zum Beispiel Anarchie, Beständigkeit, Demut, Dummheit, Gewitztheit, Liebesschmerz, Macht, Melancholie, Ordnung, Poesie, Sünde, Trennung, Übergang in eine andere Welt, Vollkommenheit, unio mystica, Unkeuschheit, Verschwiegenheit, Wandel, Zeit usw. evoziert werden und (3) auch, welche Epochen welche Signifiants bevorzugen.
Kurzum: Das »Metzler Lexikon literarischer Symbole« ist ein sehr empfehlenswertes Buch, das ohne Abstriche an der Wissenschaftlichkeit leicht lesbar ist, in der Regel solide und reichhaltig informiert, weiterführt und ausserdem Leselust weckt. Entdeckendes Lesen ist ja der Modus, den ein gutes Lexikon favorisiert. (P. Michel, April 2009)
[Anm: Die Hilfsbegriffe »Signifiant« und »Signifié« kommen in dem angezeigten Werk nicht vor, sondern sind einfachheitshalber vom Rezensenten eingeführt.]
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Sascha Demarmels, »Ja. Nein. Schweiz.« Schweizer Abstimmungsplakate im 20. Jahrhundert, Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft 2009 (ISBN: 978-3-86764-158-6).
Frau Demarmels hat in Band 15: Unmitte(i)lbarkeit. Gestaltungen und Lesbarkeit von Emotionen ihre Dissertation vorgestellt. Jetzt ist sie ganz erschienen.
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Julia Pirschl, Symbole in magischen Sinnwelten der Moderne: Ein Beitrag zu Theorie und Praxis des »Hermetic Order of the Golden Dawn«, Berlin: Logos-Verlag 2008 (Perilog. Freiburger Beiträge zur Kultur und Sozialforschung 1) 113 S. – Verlagsprospekt
Der H.O.G.D. ist ein hierarchisch strukturierter, okkult-esoterischer Orden (1888 bis 1903), der zur Zeit ein Revival erlebt. Er hat wie alle diese Geheimlehren eine synkretistische und mit anderen Subkulturen (Rosenkreuzer, Tarot, Kabbalah, Astrologie) verfilzte Symbolwelt entwickelt.
›Magischen‹ Symbolen werden bewusstseins- und wirklichkeitsverändernde Funktionen zugeschrieben; sie sind deshalb für eine Analyse aus kulturanthropologischer Perspektive interessant.
Die Arbeit folgt der Linie der verstehenden Sozialforschung und der Wissenssoziologie (Alfred Schütz, Peter Berger / Thomas Luckmann), der Religionsphänomenologie (Mircea Eliade) sowie für die Analyse von Bildsymbolen Stefan Müller-Dohm.
Die Analyse der Symbole erfolgt in Phasen (S.47f.): (1) Deskription, (2) semantische / kontextuelle / funktionale Rekonstruktion der dem Symbol zugewiesenen Bedeutungen, (3) Interpretation, d.h. Auskundschaftung charakteristischer magischer Deutungsmuster.
Auf diese Weise werden drei für den H.O.G.D. zentrale Symbole besprochen: das Dreieck, das Pentagramm, der kabbalistische Lebensbaum (ein Super-Symbol, das der Wissensorganisation dient). Wichtig ist dabei, dass nicht nur die statischen Symbol-Bilder betrachtet werden, sondern auch die damit verbundenen Rituale.
Die Autorin ist über die Quellen informiert und zeichnet das Lehrgebäude nach; sie schreibt (zum Glück) nicht aus einer Insider-Perspektive, sondern hinterfragt kritisch die Eigendarstellungen der H.O.G.D.-Angehörigen. Sie beschreibt bündig die Geschichte und die wichtigsten Lehren des Ordens und legt die Quellenlage dar. Als ein wichtiges Ergebnis hält sie fest, dass diese Symbole nicht natürlich-intuitiv erfahrbar seien, sondern durch lange Einübung in der esoterischen Gemeinschaft mit Sinn aufgeladen werden. Nur im Zusammenhang dieses Wissensvorrats und dieser Praxis kann ihre Leistung (z.B. eine ausseralltägliche Wirklichkeit zu induzieren) verstanden werden.
Insgesamt ein seriöser und entwicklungsfähiger Beitrag zur Symbolforschung insbesondere esoterischer Bünde. (PM 12.1.09)
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Paul Michel, Physikotheologie – Ursprünge, Leistung und Niedergang einer Denkform (= Neujahrsblatt auf das Jahr 2008, hg. von der Gelehrten Gesellschaft in Zürich), Zürich 2008.
212 Seiten + 13 Abildungen
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Regula Forster / Paul Michel (Hgg.), Significatio. Studien zur Geschichte von Exegese und Hermeneutik II
Pano-Verlag Zürich 2007.
358 Seiten, CHF 48.00/EUR 30.00
Ausgewählte Texte zur spätantiken und mittelalterlichen Exegese und Hermeneutik werden im originalen Wortlaut und in einer genauen Übersetzung präsentiert und hinsichtlich des exegetischen Vorgehens und der darin enthaltenen hermeneutischen Voraussetzungen kommentiert. – Auf Grund der Analyse dieser Texte werden die Prinzipien der älteren Exegese und Hermeneutik rekonstruiert und in einem strukturierten Katalog aufgeführt, der eine in moderner Terminologie abgefasste Topik bietet. Dieser Fragekatalog soll dazu befähigen, andere exegetische Texte einzuordnen, das heißt, sie in Traditionen zu stellen bzw. ihre Individualität herauszuarbeiten.
Beim Pano-Verlag direkt zu bestellen.