Kleine Symboliken des Alltags

An dieser Stelle sammeln wir kollaborativ Skizzen zum Thema  »Kleine Symboliken des Alltags«.

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Wahl des »Aufschreibsystems«

Kann man einen Kondolationsbrief zu einem Todesfall per E-Mail senden? Kann man einem Freund per SMS zum Geburtstag gratulieren? Kann man sich per Telefon um eine Stelle bewerben? 

(Eingesandt von P. M. aus Z. am 13.6.2011)



Von Superhelden empfohlen.

Die Firma Mojo AG (CH-4532 Feldbrunnen, Schweiz) führt die neue Getränke-Generation mit einem Plakat ein, das man sich unter http://www.mojo-drink.ch/media/Mojo_kampagne2011.pdf herunterladen kann.

   

Dem Kenner ist der intertextuelle Bezug zu Superman sofort deutlich (Quelle des Bildes: http://images.wikia.com/superman/images/d/df/Superman_Man_of_Steel_1.jpg). Insinuiert wird, dass Mojo solche Kräfte verleiht.

(Eingesandt von ppm; f25 am 19.06.11)



Unterthänigster Diener

Um das ständische Gefälle zwischen dem adligen Widmungsträger und dem bürgerlichen Verfasser auszudrücken, verwendete man einst verschieden große Schrift. Auch in der Alten Eidgenossenschaft war das gebräuchlich, wie das Beispiel aus einer 1755/57 in Zürich gedruckten Bibel zeigt.

  

(eingesandt von p.pichelmeyer 22.10.11)



Semiotische Umnutzung

Die Verkehrssignale werden hier aufgrund ihrer äusseren Form neu genutzt. Was geht dabei semiotisch vor?

(eingesandt von paul pierre 28.09.11)



Kleider

Eine Livree und Uniform können noch so freudig sein, so bald aber jemand an seinem eignen Leib die Sachen aus eigner Wahl trägt, so ist das Kleid nicht mehr Decke sondern Hieroglyphe.

  

(eingesandt von G. Ch. Lichtenberg, 1742–1799, Sudelbücher, ed. W. Promies, F 334)

... und vom Webmaster dazu gestellt das Bild links aus J. E. Gailer, »Neuer Orbis Pictus für die Jugend«, Reutlingen 1832, Nr. 159 — das Bild rechts aus »Journal des Dames et des Modes« 15 Août 1816.



ICHTHYS

Der Schweizer SP-Nationalrat und Gewerkschafter Ph. H. trägt seine fromme Gesinnung mit einem roten Fisch-Pin zur Schau. Das sei für ihn »ein Bekenntnis, dass ich jemand bin, für den Jesus wichtig ist«, betont er gegenüber 20 Minuten Online <Zugriff: 20.1.2012>. – Der Fisch ist ein altes christliches Symbol. Die Buchstaben, die das griechische Wort für Fisch – IΧΘΥΣ – bilden, lassen sich als Akrostichon eines Glaubensbekenntnisses lesen: »Jesus Christus, Theoú (Gottes) Hyiós (Sohn) Sōtér (Erlöser)«. Möglicherweise haben die verfolgten Christen in den ersten Jahrhunderten den Fisch als Erkennungszeichen benutzt. Vgl. den Aufsatz von Alois M. Haas in: Tiersymbolik, Schriften zur Symbolforschung, Bern 1991.  S.77ff.

(PM 20.1.12)



Von Griffeln seiner Schüler erstochen

 

Sie finden diesen Kupferstich aus dem Ende des 17. Jhs.: Da wird ein Mann von einer Horde von Schülern (erkennbar an den Schreib-Tafeln und Büchern, die sie mittragen) gepeinigt, ja sie erstechen ihn geradezu mit ihren Griffeln. Welcher Heiliger ist das?

Sehr empfehlenswert für solche Recherchen ist das http://www.heiligenlexikon.de/Patronate/Attribute.htm, wo man unter dem Attribut ›Griffel‹ sofort fündig wird. Der Mann erlitt sein Martyrium um 304 und wurde später zum Patron der Stenographen und Lehrer. Nicht aktuell?

(PM; das Bild ist gemeinfrei.)



Public knitting

Was wird wohl symbolisch ausgedrückt, wenn ein beliebiger Gegenstand in unseren Städten ›bestrickt‹ wird?  (Gesehen an der Kirchgasse in Zürich, 4. Okt. 2011; Foto PM)



Warum trägt der Papst rote Schuhe?

Dazu gibt es im Internet reichhaltige Auskünfte; am besten in der Sammlung Philippi . Der Schuhmacher heisst übrigens Adriano Stefanelli.

 



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